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Jüdische Grabsteine des mittelalterlichen Magenzas (Foto: Carsten Costard)
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UNESCO-Welterbe SchUM

Seit dem hohen Mittelalter sind die drei jüdischen Zentren am Rhein, Speyer, Worms und Mainz, unter dem Kurzwort „SchUM“ bekannt. Auf dieser Seite informieren wir über die Anerkennung ihrer jüdischen Stätten als UNESCO-Weltkulturerbe.

SchUM-Städte am Rhein – Jüdisches Erbe für die Welt

Der Name "SchUM" setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, hebräischen Namen Schin (Sch) für Schpira, Waw (U) für Warmaisa und Mem (M) für Magenza.

Die SchUM-Städte nahmen Anfang des 13. Jahrhunderts mit ihren Erlassen und Talmudschulen eine führende Rolle im aschkenasischen Judentum ein.

Um 1200 fasste der große jüdische Gelehrte Isaak Or Sarua die Bedeutung von SchUM in die Worte: „Wie sehr gehören unsere Lehrer in Mainz, in Worms und in Speyer zu den gelehrtesten der Gelehrten, zu den Heiligen das Höchsten...von dort geht die Lehre aus für ganz Israel...seit dem Tage ihrer Gründung richteten sich alle Gemeinden nach ihnen, am Rhein und im ganzen Land Aschkenas." (Isaak Or Sarua, 2. Hälfte des 12.Jhs.)

Bis heute sind in den SchUM-Städten herausragende jüdische Ritualbauten und Grabdenkmäler aus dem Mittelalter erhalten geblieben, so etwa die Monumentalmikwe und die um 1104 eingeweihte Synagoge in Speyer, die zu den ältesten und bedeutendsten nördlich der Alpen zählt, der jüdische Friedhof Heiliger Sand in Worms oder die Grabsteine auf dem Denkmalfriedhof in Mainz.

Auf der Basis dieser Einmaligkeit, der Verbindung von paradigmatischen Bauten und manifester Gelehrsamkeit, streben die drei Städte mit ihren jüdischen Gemeinden und dem Kulturministerium des Landes gemeinsam die Anerkennung der jüdischen Stätten als UNESCO-Weltkulturerbe an.

UNESCO-Welterbe SchUM - Hintergründe zum Antrag

SchUM-Städte wollen auf UNESCO-Welterbeliste

Die sogenannten SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz sollen mit ihrem außergewöhnlichen jüdischen Erbe Eingang finden in die UNESCO-Welterbeliste.

Seit 2012 bereitet das Land Rheinland-Pfalz mit den beteiligten Kommunen und Vertretern der Jüdischen Gemeinden die Nominierung vor.

Grundlage dafür war ist eine Kooperationsvereinbarung, die die Partner noch vor der offiziellen Abgabe der Nominierungsunterlagen bei der Kultusministerkonferenz (KMK) am 1. August 2012 unterzeichneten. Sie bildet die Basis für die künftige Zusammenarbeit und gemeinsame Aufgaben, die mit dem Welterbe-Antrag verbunden sind. 

Für das Land Rheinland-Pfalz unterzeichnete Ministerpräsident Kurt Beck die Kooperationsvereinbarung. Für die beteiligten Gemeinden unterschrieben die Oberbürgermeister der Städte Speyer, Worms und Mainz, Hansjörg Eger, Michael Kissel und Michael Ebling. Als Repräsentanten der jüdischen Gemeinden leisteten der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Waldmann, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich, und der Geschäftsführer der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Daniel Nemirovsky, ihre Unterschriften. Der feierlichen Unterzeichnung wohnten auch die rheinland-pfälzische Kulturministerin Doris Ahnen sowie der Welterbebeauftragte des Landes, Staatssekretär Walter Schumacher, bei.

Die Kooperationsvereinbarung war ein erster formaler Schritt, dem konkrete Maßnahmen folgen sollen. So wollen die Partner etwa in einem gemeinsamen Verein künftige Aufgaben, die mit dem Welterbe-Antrag verbunden sind, koordinieren und umsetzen. Verantwortlich sein wird der Verein unter anderem für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen sowie für die Öffentlichkeitsarbeit und die touristische Erschließung der SchUM-Städte.

Brücke vom Gestern ins Heute: Verein ebnet Weg zum UNESCO-Welterbe

Die SchUM-Gemeinden haben  im Juli 2014 den Verein "SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz" gegründet. Die SchUM-Städte wollen damit das einzigartige jüdische Erbe der Städte Speyer, Worms und Mainz noch stärker öffentlich herausstellen und überregional und weltweit bekannter machen. Der jüdischen Kultur soll wieder die Bedeutung beigemessen werden, die sie über Jahrhunderte hinweg hatte.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Oberbürgermeister der drei Städte und die Repräsentanten der Jüdischen Gemeinden unterzeichneten am 21.07.2014 in der Mainzer Staatskanzlei die Vereinssatzung für die Gründungsmitglieder, das Land Rheinland-Pfalz, die drei beteiligten Städte, den Landesverband der Jüdischen Gemeinden sowie die Jüdischen Gemeinden Mainz-Worms und der Rheinpfalz.

Der Antrag der SchUM-Gemeinden hat mittlerweile den Sprung auf einen der vordersten Plätze der deutschen Vorschlagsliste für eine kommende Auswahlrunde von neuen UNESCO-Welterbestätten geschafft.

Bis 2020 soll die jetzige, noch vorläufige Bewerbung zu einem detailliert begründeten und umfassenden Antrag für das UNESCO-Welterbe-Komitee weiterentwickelt werden. Dazu sind unter anderem auch umfangreichere wissenschaftliche Vorarbeiten nötig.

Welche originären Merkmale prädestinieren die 3 SchUM-Städte für die UNESCO-Welterbeliste (Video).

Wasser oder Woi: Alles koscher!© Offener Kanal Speyer

In diesem Video erzählt Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin der SchUM-Städte e.V, warum Judentum und Wein eng miteinander verbunden sind und welche originären Merkmale die 3 SchUM-Städte für die UNESCO-Welterbeliste prädestinieren.

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